Was ist Datensicherheit?

Datensicherheit befasst sich mit dem Schutz von Daten und beschränkt sich im Gegensatz zum Datenschutz nicht nur auf personenbezogene Daten. Bei der Datensicherheit ist es nicht von Bedeutung, ob die Daten erhoben und verarbeitet werden durften. Stattdessen geht es um zu ergreifende Maßnahmen, die den Zustand der Datensicherheit herstellen sollen. Diese Maßnahmen sollen den Zugriff fremder oder unbefugter und die Manipulation oder Entwendung der Daten verhindern. Dementsprechend ist es im Sinne eines jeden Unternehmens, die höchstmögliche Datensicherheit herzustellen.

Sind Regelungen für eine Datenträgerkontrolle getroffen worden?

Die Datensicherheit im Unternehmen kann zum Beispiel durch Datenträgerkontrolle verbessert werden. Eine Möglichkeit stellt die Einführung von Regelungen zum Kopieren von Daten dar: Demnach darf das Kopieren von Daten nur im Rahmen der Datensicherung und für die besonders geregelten Fälle der Datenweitergabe erlaubt sein, z.B. notwendiger Datenaustausch mit Kunden/Mandanten. Die Regelungen sollten den Mitarbeitern in einer IT-Nutzungsrichtlinie bekannt gegeben werden. Darüber hinaus sollten USB-Zugänge und andere Speicheranschlüsse an allen Endgeräten (Büro- und externe Arbeitsplätze) gesperrt werden. Damit wird verhindert, dass Nutzer private Speichermedien im Netzwerk oder an den Arbeitsplätzen anschließen können.

Wenn Ihr Unternehmen ein WLAN (Funknetzwerk) eingerichtet hat, sollte das unter anderem den folgenden Anforderungen entsprechen: 

  • Access Points haben meist einen voreingestellten SSID, der z.B. den Namen des Herstellers oder des Produktes trägt. Der SSID ist der Name des Netzwerks. Der Standard SSID sollte auf einen individuel­len SSID geändert werden. Dabei sollte der Name so gewählt werden, dass kein Bezug zum Hersteller oder zum Betreiber des WLAN hergestellt werden kann
  • Für Gäste sollte ein eigenes WLAN eingerichtet werden, das vom Firmennetz getrennt ist
  • Um ein WLAN sicher zu betreiben, MUSS die Kommunikation über die Luftschnittstelle komplett kryptographisch abgesichert werden. Es sollte WPA3 eingesetzt werden, mindestens aber WPA2. Ältere Verfahren dürfen nicht mehr eingesetzt werden

Wie können Ihre Mitarbeiter den Internetzugang nutzen?

Die Gefahr Schadsoftware über den Besuch von Webseiten auf den lokalen Computer zu laden nimmt ständig zu. Entsprechende Schutzmaßnahmen sind unvermeidbar. Eine Maßnahme ist den Internetzugang über aktive Contentfilter abzusichern, um ungewünschte Webseiten sperren zu können. Die Blacklisten der aktiven Contentfilter werden ständig aktualisiert und bekannte Webseiten mit bekannten Bedrohungen werden automatisch gesperrt. Diese Anforderung wird nur dann erfüllt, wenn der Internetzugang über eine UTM (Unified Threat Management) abgesichert wird. Darüber hinaus sollten nur vom Hersteller aktuell gepatchte Browser eingesetzt werden, wie z.B. Microsoft Edge, Mozilla Firefox etc.

Ebenso sind die Sicherheitseinstellungen am PC und im LAN von großer Bedeutung. So sollten die Browsereinstellungen unter Berücksichtigung der Anwendungen auf die höchst mögliche Sicherheitsstufe eingestellt werden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat dazu entsprechende Empfehlungen ausgegeben. Die Konfiguration der lokalen Sicherheitsgateways (Firewall) inkl. aller Filterregeln ist mit Angabe des Gerätetyps und dem verantwortlichen Techniker zu dokumentieren, d.h. freigegebene Dienste und Ports, WLAN und eingerichtete VPN-Zugänge und ggfs. Contentfilter. Weiterhin sollten die Anwender keine Administrationsrechte auf ihren Arbeitsplätzen haben, da sie ansonsten selbst eigene Browser und andere Programme installieren können und damit die Netzwerksicherheit gefährden.

Wie sind die Zugriffsberechtigungen geregelt?

Ferner sind Zugriffsberechtigungen auf personenbezogene Daten festzulegen. Demnach müssen Personalakten in verschlossenen Aktenschränken aufbewahrt werden und nur der Personalverwaltung zugänglich sein. Außerdem ist von der verantwortlichen Stelle bzw. von der IT-Abteilung dem Datenschutzbeauftragten eine Liste mit allen Anwendungsprogrammen mit denen personenbezogene Daten verarbeitet werden zur Verfügung zu stellen (Art. 38 Abs. 2 DSGVO). Aus der Liste soll ersichtlich sein, wer mit welchen Programmen arbeitet und welche Zugriffsrechte die Benutzer haben. Bezüglich der Zugriffsrechte ist das Need-to-know-Prinzip umzusetzen. Wir stellen Ihnen dafür eine Vorlage zur Verfügung.

Sollte Ihr Unternehmen den Mitarbeitern Telearbeit anbieten, sollte der Fernzugriff gegen unbefugte Nutzung abgesichert sein. Der Zugriff des Berechtigten zu personenbezogenen Daten sollte nur mit BenutzerID und PIN oder Zertifikat möglich sein (Zwei-Faktor-Authentifizierung). Dies gilt sowohl für HomeOffice-Arbeitsplätze als auch mobile Arbeitsplätze.

Werden Daten in Ihrem Unternehmen in einer Cloud gespeichert, müssen diese Daten gegen unbefugten Zugriff geschützt werden. Die Datenablage in einer Cloud (Sharepoint, Google Drive, DropBox o.ä.) ist eine Auftragsdatenverarbeitung gem. Art. 28 DSGVO. Große Anbieter wie Microsoft oder Google stellen dafür eigene Verträge zur Verfügung. Bei Anbietern mit Sitz in den USA ist zusätzlich zu prüfen, ob sie unter dem EU-U.S. Data Privacy Framework zertifiziert sind. Besonders sensible Daten sollten zusätzlich verschlüsselt abgelegt werden, und die Datensicherung sollte unabhängig von der Cloud organisiert sein.

Weiterhin sollte für die Datenablage in der Cloud ein Löschkonzept erstellt werden. Danach sollten die Daten in der Cloud gelöscht werden, sobald der Zweck für die Datenablage nicht mehr gegeben ist und keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten einer Löschung widersprechen.
Beispiel: In einer Cloud werden temporär jeden Monat Lohn- und Gehaltsabrechnungen abgelegt. Das Löschkonzept sollte die Daten in der Cloud spätestens nach 3 Monaten automatisch löschen.

Wie ist die Wiederherstellbarkeit der Daten geregelt?

Einen weiteren wesentlichen Aspekt der Datensicherheit stellt die Wiederherstellbarkeit von Daten dar. Bei lokalen Servern sollten Sicherungen über mehrere Generationen vorgehalten werden (z. B. mehrere Tages- und Wochensicherungen), damit auch ältere Datenbestände wiederhergestellt werden können. Mindestens eine Kopie sollte offline oder unveränderlich gespeichert werden, damit sie bei einem Ransomware-Angriff nicht mitverschlüsselt wird. Alle Datensicherungsmedien sind zu verschlüsseln, und die Wiederherstellung sollte regelmäßig getestet werden. 

Sofern auf Einzelarbeitsplätzen (PC/Notebook) Daten lokal gespeichert werden, sollten diese täglich auf einem verschlüsselten Datenträger gesichert werden. Grundsätzlich sollte jeder Nutzer verpflichtet werden alle Daten auf dem Server abzulegen und nur bei technischer Notwendigkeit (kein Zugang zum Firmenserver) Daten lokal abzuspeichern.

Gibt es ein Notfallszenario?

Ihr Unternehmen sollte Maßnahmen für ein Notfallszenario vorsehen. Beim Totalausfall des IT-Systems durch Feuer, Diebstahl etc. sollte das Notfallszenario für jede zentrale Komponente (Router, Server, Sternverteiler, Telefonanlage etc.) separat dokumentiert werden, angefangen von der Hardwarelieferung, Datenrücksicherung bis zur vollständigen Wiederherstellung des Produktivsystems. Hierbei ist auch der zeitliche Faktor zu berücksichtigen, d.h. wie lange dauert es im Worst Case, bis das Produktivsystem wiederhergestellt ist und wie groß ist der maximale Ausfall und der maximale Datenverlust.

Ein Datenverlust kann je nach Bedeutung einer Datei zum Systemausfall führen. Eine detaillierte Prozedurbeschreibung ist damit unumgänglich. Diese Beschreibung sollte auch im Unternehmen vorhanden sein, um im Notfall schnell reagieren zu können.

Wie werden Fehlfunktionen im System gemeldet?

Da der Ausfall eines Servers zu erheblichen Arbeitseinschränkungen führt, sollten die Server mit einem Monitoringsystem ausgestattet werden. Dabei sollten folgende Komponenten überwacht und Warnmeldungen oder Störungen per E-Mail automatisch dem Systempartner gemeldet werden:

  • Überwachung der RAID-Festplatten
  • Überwachung der Servernetzteile
  • Lüfterüberwachung im Server
  • Notstromversorgung
  • Virenscanner
  • Windows-Updates
  • notwendige Dienste
  • Datensicherung

Die Funktion der Serverüberwachung (Monitoring) sollte beschrieben werden, d.h. welche Störungen werden an wen gemeldet und wann werden die Störungen behoben.
Weiterhin ist zu klären, ob das Monitoringsystem passiv oder aktiv ist, d.h. werden nur eingehende Störungen gemeldet (passiv) oder wird der Serverstatus regelmäßig abgefragt (aktiv).

Unsere Dienstleistungen

Die hier aufgezeigten Beispiele bilden nur einen geringen Teil der zu prüfenden Aspekte ab. Insgesamt verfügt unser Bericht über mehrere hundert Prüfpunkte, um den Datenschutz und die Datensicherheit rechtskonform und sicher zu gestalten. Mehr Informationen zu unseren Dienstleistungen erhalten sie hier.